4-Tage Tour Rodenecker Alm – Geisler Gruppe – Langkofel – Rittner Horn

Hallo liebe Radfreunde

Immer wieder werden wir zu den Dolomiten gerufen. Auch dieses Jahr unternehmen wir aus Liebe zur dortigen Landschaft eine Mehrtagestour in die Dolomiten

Ausgangspunkt ist wie so oft der Bahnhof vom Brenner. Wir radeln bis Mühlbach und von dort auf die Rodenecker Alm. Weiter geht über dem Kamm zum Würzjoch, Villnöß, Broglessattel, Sellajoch, Plattkofelhütte, Waidbruck, Rittner Horn und Klausen. Der Wanderausflug ist wie folgt unterteilt:

Tag 1: Brenner – Roner Hütte (Rodenecker Alm) 72 km

Tag 2: Roner Hütte (Rodenecker Alm) – Glatschalm (Villnöß) 50 km

Tag 3: Glatschalm (Villnöß) – Plattkofelhütte 40 km

Tag 4: Plattkofelhütte – Klausen 64 km

Eckdaten der Tour sind:

Dauer: 4 Tage
Länge: ca 226 km
Höhenmeter: 8400

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Tag 1: Brenner – Roner Hütte (Rodenecker Alm)

Der Bahnhof am Brenner ist wieder einmal der Ausgangspunkt Tour. Wir radeln auf dem Radweg nach Sterzing. Erwähnenswert ist besonders das erste Stück des Radweges, der entlang der alten Trasse der Brennerbahn gen Süden gebaut wurde. Am Weg nach Gossensaß durchqueren wir zwei alte Eisenbahntunnels und biegen ins Pflerschtal mit Blick zum Alpenhauptkamm ein. Markant lächelt der Pflerscher Tribulaun zu uns herüber. In Gossensaß windet sich der Radweg durch den Ortskern bevor wir wieder gemütlich nach Sterzing weiterradeln.

In Sterzing, der nördlichsten Stadt Italiens, kann man ruhig einen Zwischenstop in die malerische Altstadt machen um das schon fast mediterranen Flair zu genießen.

Am Radweg radeln wir weiter. Mit Mühe und Not können wir uns beherrschen nicht an den Erdbeerfeldern neben dem Radweg anzuhalten. Das gleich können wir leider nicht von den hinter uns kommende deutschen Radfahrkollegen behaupten.

In Mühlbach machen wir unseren zweiten Halten wo wir vorzügliche Hirtenmaccheroni verspeisen. Bevor wir zur Roner Hütte auf der Rodenecker Alm (1100 Höhenmeter und 13 Kilometer) können wir unseren Kulturhunger an der Mühlbacher Klause stillen, wo Katharina Lanz bzw. das tapfere Mädchen aus Spinges gegen die Franzosen kämpfte.

Bis zur Waldgrenze ist der Abschnitt auf Grund der schönen Aussicht bis nach Brixen interessant zu fahren. Das letzte Stück bis zum Parkplatz zieht sich jedoch ein wenig.

Wir übernachten auf der Roner Hütte. Das Essen ist hier gut und die Zimmer sind sogar mit Bad ausgestattet. Der Preis für Zimmer mit Frühstück (35 €) ist durchwegs angemessen.


Tag 2: Roner Hütte (Rodenecker Alm) – Glatschalm (Villnöß)

Am nächsten Tag starten wir wohl ausgeruht, auch dank Hovatabletten, in Runde 2 unseres Abenteuers. Wir folgen zuerst dem „Weg 10“ und dann den „Weg 2“ . Zunächst fuhren wie auf der breiten gewalzten Forststraße vorbei an der Rastnerhütte Richtung Starkenberger Alm. Dem Weg 10 folgend, zweigten wir alsbald auf einen steilen Traktorweg ab und mussten unser Rad schieben um uns dem Astjoch zu nähern.

Nun folgte aufgrund des unregelmäßigen, steinigen Untergrunds eine wilde Auffahrt, die uns schließlich auf den Grat über der Kreuzwiese, südlich vom Astjoch, führte. Nun konnten wir uns wieder auf einer relativ gut befahrbaren Forststraße austoben. Da immer wieder grobe Steine den Weg säumen, erlaubt dieser Abschnitt allerdings auch keinen Leichtsinn. Obwohl der Peitler Kofel immer direkt vor uns liegt, scheint nicht jedem Gruppenmitglied die Orientierung leicht zu fallen.

Nach der Wiereralm warteten einige Schiebepassagen auf uns. Doch schon bald wird der Weg breiter und nach einiger Zeit erreichten wir den Glittner See mit einer interessanten Bootskonstruktion. Nun gilt es mit Schwung dem Weg „10“ zu folgen und alsbald erreichen wir einen Forstweg, der von Wellschellen bis zum Würzjoch reicht. Weiter geht es Richtung Maurerberg, den wir elegant umkurven, wobei wir das Rad allerdings ca. 150 Höhenmeter schieben müssen. Dieser Aufwand war es allerdings Wert, da nun eine Passage auf uns wartet, die jedes Bikerherz höher schlagen lässt. Ein schmaler, gut befahrbarer Pfad schlängelt sich in Richtung Mauererberghütte, umrahmt von einer atemberaubenden Aussicht. Nach ca. 45 Minuten Hochgenuss erreichen wir die Mauererberghütte, von welcher ein gut gewalzter Forstweg direkt unterhalb Würzjoch führt.Nach zwei Kehren nunmehr Asphalt erreichen wir das Würzjoch und machen unsere wohlverdiente Pause am Würzjochhaus mit wunderschönen Ausblick zum Peitler Kofel.

Gestärkt vom Essen und schönen Ausblick schwingen wir uns auf unsere Stahlrösser und begeben uns auf die Ashaltstraße gen Villnöß.

Nach ca. 9 km können wir unseren Vordermann nur mit Müh und Not zügeln, als er fast am Wanderweg 11 nach St. Magdalena vorbei gefahren wäre. Diesen Wander- bzw. Karrenweg folgen wir bis St. Magdalena. Auf jeden Fall möchten wir anführen, dass dieser Weg nicht umgekehrter Richtung zu befahren ist, da sehr steil und grobschottrig.

Am Parkplatt bei den Kantiolhöfen entscheiden wir uns zur Geisler Alm zu fahren. Diese lockt mit ihren atemberaubenden Blick auf die Geisler Alm. Zu unserer Enttäuschung müssen wir aber feststellen, dass diese zwar offen hat, aber wir hier nicht übernachten können. Ein kleiner Trost: Der Apfelsaft der Geisler Alm wird von unserem Experten mit internationalem Renommee als bester der Tour auserkoren.

Nachdem wir uns vergewissert haben, dass die Glatsch Alm geöffnet ist, entscheiden dorthin zu fahren. Des Schiebens gewohnt und vom nahendem Gewitter beflügelt, gelangen wir am Adolf-Munkel-Weg in ca. 45 Minuten dorthin. Der Ausblick auf die Geisler Gruppe beleuchtet durch die untergehende Sonne spricht für die Lage der Glatschalm. Hier beziehen wir unser Lager für 48 € (Halbpension).


Tag 3: Glatschalm (Villnöß) – Plattkofelhütte

Am nächsten Morgen erwachen wir wieder mit wunderschönem Wetter und Traumkulisse vor der Geisler Gruppe. Da wir auf Grund des Stress die Wanderung am Adolf-Munkel-Weg nicht richtig genießen konnten, nehmen wir diesen wiederum im Angriff. Bei dem schönen Ausblick ist das Schieben eine Freude für Leib und Seele. Allerdings würde wir dies im Juli und August nicht empfehlen, da hier sehr viele Wanderer unterwegs sind.

Am Broglessattel hat unsere Schiebephase sein Ende und können endlich wieder in die Pedale treten. Entlang des Grödner Höhenweg (Markierung 35) geht es fast geradeaus dahin. Der Langkofel begleitet uns währenddessen immer auf der linken Seite bzw. im Süden. An der Cason Hütte lassen wir uns von der Sonne küssen. Doch der Wohlfühlmoment währt nur kurz da einer unser übereifrigen Teammitglieder schon nach 30 Minuten wieder losfahren will.

Es folgt eine rasante Abfahrt nach St. Ulrich (Ortisei) bevor wir auf der Staatsstraße bzw. Radweg nach St. Christina gelangen.

Wir fahren in kurzes Stück auf die SS242, danach verirren wir uns kurz (vor der nächsten Tour wird das lesen von Höhenlinien auf der Karte geübt) auf dem Wanderweg, der an der Fischburg vorbeiführt.
Von La Selva geht es weiter auf die SS242 nach Wolkenstein und auf die Straße zum Sellajoch. Diese folgen wir bis zum Parkplatz Plan de Gralba, wo wir auf den den Weg 657 wechseln. Auf diesem bleiben wir bis kurz vor dem Sellajoch. Das letzte Stück bewältigen wir wiederum auf die Staatsstraße.

Nachdem wir den Rifugio Valentini passiert haben erreichen wir bald die Friedrich August Hütte. Hier fängt der Friedrich-August-Weg, ein wunderschöner Weg am Fuße des Lang- und Plattkofel mit Traumblick, an. Da wir es gewohnt sind die örtlichen Gesetze und Richtlinien zu beachten, nehmen wir das Radfahrverbot nach der Friedrich-August-Hütte ernst uns schieben unsere treues Gefährt. Hier sei wiederum angeführt, dass es im Juli und August es nicht ratsam ist, mit dem Rad am Friedrich-August-Weg unterwegs zu sein, da scharen von Touristen unterwegs sind.

Nach dem Rifugio Sandro Pertini, benannte nach dem wohl beliebtesten italienischen Staatspräsidenten, sind kurze Tragepassagen zu bewältigen, bevor wir die Plattkofelhütte erreichen. Glücklich vor dem abendlichen Regenschauer angekommen zu sein, kehren wir für unsere wohlverdiente Nachtruhe ein.


Tag 4: Plattkofelhütte – Klausen

Am nächsten Morgen beginnt der Tag leider wesentlich kühler, doch als erfahrene Biker haben wir die notwendige Kleidung mitgebracht, ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Sogar einen improvisierten Regenschutz für den Helm hat einer unserer Teamkollegen zur Hand.

Bis zum Zallinger ist die Abfahrt recht steil. Danach wir es flacher und wir fangen an die Landschaft besser zu betrachten. Trotz des schlechten Wetters ist der Schlern und die ausgedehnten Almenflächen der Seiser Alm gut zu sehen. Die zahlreichen Skilifte passen aber nicht gut ins Bild.

In Saltria beginnt die Asphaltstraße und wir müssen bis Kompatsch ca. 170 Höhenmeter aufwärts bewältigen. Es folgt nun eine sehr abwechslungsreiche und rasante Abfahrt bis Waidbruck. Auf unzähligen Kehren können wir die beeindruckende Landschaft um uns genießen.

Bevor wir in Waidbruck gelangen und die Etsch Richtung Barbian überqueren, müssen wir noch 3 Tunnels durchfahren. Bei Waidbruck erreichen wir den mit 470 Meter über dem Meeresspiegel tiefsten Punkt unseres Ausfluges. Unser nächstes Ziel ist das Rittner Horn mit 2260 Metern. Es liegen somit 1800 Höhenmeter durchgehender Steigung vor uns. Da wir aber die letzten 3 Tage genügend trainiert und einen erfahrenen Ötztaler Marathon Teilnehmer bei uns haben, machen wir uns über den bevorstehenden Anstieg keine Sorgen.

Eine Kehre nach der anderen nehmen wir in Angriff bis wir ca. 400 Höhenmeter später in Barbian ankommen. Ein wenig außerhalb des Dorfes in südlicher Richtung biegen wir rechts, der Beschilderung Richtung Barbianer Alm folgend, ab. Hier sei kurz erwähnt, dass es sich bei der Barbianer Alm, nicht um eine Almenhütte handelt, sonder um ein Almengebiet.

Am Huber Kreuz stehen wir vor der Wahl an der Weggabelung rechts, gemütliche Forststraße bis zum Rittner Horn, oder links, Forststraße bis zum Pennleger und dann Schiebepassage bis zum Gasthof Unterhorn, zu fahren. Da unser Ötztaler Marathon Teilnehmer noch immer ein wenig unterfordert ist, wählen wir die linke und anstrengendere Variante.

Nach dem Gasthaus Unterhorn an dder Felturner Hütte hätte wir fast einen Teilnehmer verloren, der dem verführerischen Duft von der Kaspressknödel gefolgt wäre. Mit Müh und Not kann er sich aber beherrschen und das letzte Stück zum Rittner Horn fahren.

Zurück fahren wir über die Villandrer Alm (auch hier handelt es sich um ein Almengebiet), vorbei am Almengasthaus Moar in Plun. Ab der Gasserhütte betreten wir wieder aphaltierten Belag. Rasant fahren wir nach Villanders bevor wir unsere Endziel Klausen erreichen.



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