MTB Wintertour von Bozen auf das Möltner Joch

Kurz vor Weihnachten herrscht auch dieses Jahr wieder akuter Schneemangel. So bot es sich an, statt der Ski besser wieder das Mountainbike zu nutzen. In Südtirol war bis auf über 1500 Meter noch schneefrei, so dass da noch eine ordentliche Tour möglich war. Allerdings sollte man bei den recht frostigen Temperaturen darauf achten, möglichst viel wärmende Sonnenstrahlen abzubekommen . 

Eckdaten der Tour sind:

Dauer: 6,5 Stunden
Länge: ca 41 km
Höhenmeter: ca. 1800

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Mtb Möltner Joch

Wir starteten direkt am Bahnhof Bozen. Vorbei am Weihnachtsmarkt durchquerten wir die Stadt und nutzten ein schönes, gut fahrbares Spitzkehrenwegerl mit toller Aussicht auf die Stadt für die ersten 200 Höhenmeter. Es sei allerdings vor dem Radverbotsschild gewarnt. Wenn einem dieses wichtig ist, kann man natürlich alternativ auch die Fahrstrasse nach Jenesien nutzen. Diese kreuzten wir in Folge auch, und über eine sehr steile Forststraße ging es durch Weinberge weiter nach oben. 

Anschließend pedalierten wir gemütlich über wenig befahrene Straßen und Nebenwege bis zum Gasthof Tschaufen.  Dieser hatte glücklicherweise auch um diese Jahreszeit geöffnet, so dass eine Einkehr zur Aufwärmung anstand. Die hervorragende Küche ist einfach nur zu empfehlen. Gut gestärkt nahmen wir dann den ersten Trail in Angriff. Zumeist in S1-S2, unterbrechen nur einige S4 Passagen den Flow. Diese sind aber kurz und schnell abgestiegen. Leider viel zu schnell erreichten wir die Fahrstraße nach Mölten.

Es folgte der zweite lange Aufstieg. Ab Verschneid geht es dann wieder auf abgelegenere Wege und Trails die bis zum Weiler Egger führen. Über die letzten Höhenmeter erkämpften wir uns den Tschöggelberg mit einer Traumaussicht über halb Südtirol. Auf dieser Höhe waren auch einige kleinere, gefrorene Schneefelder zu queren und trotz der Sonne war es hier recht eisig. Deshalb haben wir uns die letzten Meter bis zum Möltner Joch gespart. In einer anderen Jahreszeit ist das natürlich problemlos machbar.

Nun stand ein langer Downhill bevor. Der erste Teil davon, bis Mölten, ist sehr, sehr flüssig und ohne Schwierigkeiten in S1 zu surfen. Im gleichen Schwierigkeitsgrad, aber mit einigen Gegenanstiegen ging es anschließend schön am Hang entlang bis zur Seilbahn. Ab da ändert sich der Charakter des Trails fundamental, und es wurde richtig anspruchsvoll. Solides S3, beinahe durchgehend, mit einigen sehr knackigen Stellen ging es runter bis nach Eichholz. Für gute Fahrtechniker ist das ein wahres Sahnestück. 

Leider wird der Genuss im Finale noch etwas getrübt. Der Einstieg in die letzte Trailpassage war erst noch recht spaßig, dann wurde es aber recht ausgesetzt und anschließend landeten wir mitten im Ergebnis eines größeren Felsrutsches. Da war dann MTB-Bouldern über größere Felsblöcke angesagt. Technisch problemlos, aber doch recht mühsam. Eine alternative Wegführung ab Eichholz wäre aber trotzdem zu empfehlen. 

Unten angekommen, rollten wir noch gemütlich durch Vilpian zur Bahnstation. Entweder man nimmt den Zug hier zurück bis zum Brenner. Oder man kann man über den Radweg 18 Kilometer zurück nach Bozen radeln.