Abenteuer Lüsner Alm: Mit dem MTB übers Astjoch und den wilden 5er-Trail

Ahoi liebe Mtb-Freunde,

Wer auf der Suche nach einem ehrlichen, naturbelassenen Mountainbike-Abenteuer abseits
der geshapten Bikepark-Autobahnen ist, wird auf der Rodenecker und Lüsner Alm fündig.
Diese anspruchsvolle und abwechslungsreiche Runde ist perfekt für Puristen, die sich ihre
Tiefenmeter komplett aus eigener Muskelkraft bezwingen und mit einem echten Gipfelsieg
krönen wollen.

Eckdaten der Tour sind:

Dauer: 6,5 Stunden
Länge: ca 40 km
Höhenmeter: ca. 1700

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Mtb Mühlbach Astjoch

Die Tour startet im idyllischen Mühlbach und fordert direkt zu Beginn die Kondition heraus. In
einem langen, kontinuierlichen Uphill über die asphaltierte Straße mit kontinuierlicher Steigung von ca. 8 bis 10% kurbelt man sich hinauf auf das riesige Hochplateau der
Alm und passiert dabei unter anderem das geschützte Biotop Grimmoos. Bevor es an den
finalen Gipfelsturm geht, steht der wohl wichtigste Zwischenstopp der Runde an: die Einkehr auf der traditionsreichen Rastnerhütte. Wer hier vorbeikommt, sollte unbedingt den
hausgemachten Topfenkuchen probieren, der schlichtweg sagenhaft schmeckt und die
perfekte Energiezufuhr für die bevorstehenden Strapazen liefert.


Frisch gestärkt bricht man von der Hütte zum ultimativen Ziel der Tour auf, dem Astjoch auf 2.194 Metern Höhe. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn die letzten 150 Höhenmeter hinauf zum Gipfelkreuz sind fahrbar so gut wie nicht mehr zu bewältigen. Es heißt also, das Mountainbike zu schieben und zu tragen. Die Schinderei wird jedoch mit einer wahnsinnigen Aussicht belohnt. Der Gipfel gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte der Region und bietet einen phänomenalen 360-Grad-Rundblick, der über das gesamte Pustertal, die Eisacktaler Bergwelt, die Zillertaler Alpen im Norden und die majestätischen Dolomiten im
Süden reicht.


Vom windigen Gipfelglück geht es schließlich direkt in den lang ersehnten Downhill über den
Wanderweg Nummer 5, der Teil des bekannten Dolorama-Weitwanderwegs ist. Rechtlich
gesehen ist das Befahren von Wanderwegen in Südtirol glücklicherweise erlaubt, solange
kein explizites Fahrverbot ausgeschildert ist – ein echtes Privileg, das man stets mit Respekt
gegenüber Wanderern nutzen sollte. Wer hier allerdings einen glattgebügelten Flowtrail
erwartet, wird überrascht, denn der 5er-Weg ist ein echtes, wildes Alpentrail-Abenteuer.

Der Trail bietet zwar immer wieder flüssige Passagen im S1-Bereich, ist aber stellenweise durch Wetterkapriolen ausgewaschen. Tiefe Rinnen, lose Steine und Absätze auf S2-Niveau verlangen eine verdammt saubere Linienwahl. Zudem ist der Weg nicht durchgehend beschildert, da die rot-weißen Markierungen primär für Fußgänger gedacht sind, sodass man im Trail-Rausch genau hinsehen muss. An einigen Stellen ist der Pfad außerdem stark zugewachsen. Wenn Latschen und hohes Almgras in den Trail hängen, fährt man fast
im Blindflug, weshalb höchste Konzentration auf versteckte Wurzeln und Steine im Unterholz
Pflicht ist.


Wenn der GPX-Track in solchen Passagen mal nicht weiterhilft, muss man sich auf das
eigene Bauchgefühl, alpine Erfahrung und den kurzen Ratsch mit den freundlichen
Einheimischen verlassen. Genau das macht diese Tour aus: Es ist kein steriles Konsumieren, sondern ehrliches Mountainbiken mit echtem Alpencross-Feeling. Nach fast 1.750
Höhenmetern in den Beinen und einem wilden Trail-Ritt rollt man erschöpft, aber glücklich
und stolz zurück nach Mühlbach aus. Für Nachfahrer gilt: Ein guter Orientierungssinn, eine
solide Fahrtechnik auf losem Untergrund und die Bereitschaft zu einer kurzen Tragepassage sind hier absolute Voraussetzung.

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