Ahoi liebe Mtb-Freunde,
Dieses Wochenende machen eine epische Tour der anderen Art. Da der zweite Teil der Tour, die Abfahrt, in Österreich verboten ist, werden wir diese nur als Traum durchleben, in der Hoffnung, dass sie mal erlaubt sein wird. Von der Ortschaft Fagslung bei der Gemeinde Sistrans starten die Tour zum Glungezer. Die Abfahrt, die für uns ein Traum ist, erfolgt über den Glungezer Höhenweg, Patscherkofel Schutzhaus und Innsbruck.
Eckdaten der Tour sind:
Dauer: 8,5 Stunden
Länge: ca 24 km
Höhenmeter: ca. 1900
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Mtb Glungezer: Der Aufstieg
Ausgangspunkt dieser Tour ist die Ortschaft Fagslung bei der Gemeinde Sistrans. Diese erreichen wir mit dem Bus und können hier sogar das Rad mitnehmen. An dieser Stelle möchte wir uns beim freundlichen Busfahrer bedanken, der uns geholfen hat das Rad auf den sehr unpraktischen Radträger zu hieven.
Beim Kreisverkehr folgen wir dem Wegweiser „Aldranser Alm“, lassen den „Gasthof Hubertus“ linksseitig neben uns und gelangen schließlich zum Forstweg. Was nun folgt, ist für jeden begeisterten Mountainbiker Genuss im Reinstform. Gemächliche Steigungen wechseln sich mit kurzen, steilen Abschnitten ab, und als Zugabe gibt es immer wieder abwechslungsreiche Aussichten auf das Inntal. Bei heissem Wetter zeichnet sich diese – vorwiegend durch Wald verlaufende – Stecke durch wohltuendem Schatten aus. Außerdem kreuzt man immer wieder kleinen, kühlenden Wasserfällen oder Rinnsalen. Nach etwa 4 km erreichen wir schließlich eine Kreuzung. Wer noch vor Kondition und Kraft nur so strotzt, möge den rechten Weg nehmen, wer sich nach dem Ziel sehnt, möge links abbiegen (vorbei an der Schranke und dem Wasser-Schild)
Kurz vor der Aldranser Alm biegen wir links ein, überqueren einen kurzen Wanderweg und erreichen die Rinner Alm, wo wir zu einer kleinen Rast ansetzen. Nach dieser Rast haben wir wieder Kraft und radeln weiter und erreichen nach ca. 1,5 Stunden die Tulfein Alm.
War es bis jetzt bis zur Alm steil zu fahren, wird es nun noch steiler. Bis wir zum Tulfeinjöchl kommen müssen wir noch kräftig in die Treter steigen. Dort angekommen müssen wir das Rad schultern und erklimmen die letzten 400 Höhenmeter bis zur Glungezer zu Fuß.
Nachdem wir die Schaferhütte passiert hatten, setzten wir unsere Tour auf dem Panoramasteig fort, der uns mit atemberaubenden Ausblicken entlang des Bergrückens belohnte. Die majestätische Landschaft um uns herum ließ uns immer wieder innehalten, um die Schönheit der Natur zu genießen.
Kurz vor dem Gipfel des Berges teilte sich der Steig in zwei Richtungen. Entweder direkt zum Gipfel oder direkt zur Glungezerhütte. Wir entscheiden uns zum Gipfel zu gehen.
Die traumhafte Abfahrt
Die traumhafte Abfahrt ist für uns leider nur ein Traum, da es in Österreich verboten ist auf Wanderweg zu fahren. Dennoch möchten wir diese hier beschreiben nur für den Fall, dass es doch irgendwann man erlaubt sein könnte.
Ausgehend von einer Schwierigkeit im Bereich S2 bis S3 führt der Weg zunächst in teils steilerem, aber gut fahrbarem Gelände hinab zur Glungezer Hütte. Auf einigen kurzen Passagen ist hier Schieben angesagt – nicht nur wegen der Steilheit, sondern auch, weil das felsige Terrain volle Aufmerksamkeit verlangt. An der Glungezer Hütte angekommen, machen wir eine kurze Rast und genießen die hiesige Küche. Es gibt hier auch nepalesische Kost zu bestellen.
Nach der stärkenden Pause bereiten wir uns gedanklich auf die 2000 Tiefenmeter herrlichsten Singletrail vor. Es öffnet sich der Blick und man folgt der Spur durch den weitläufigen Kessel in Richtung Viggarspitze.
Unterhalb der Viggarspitze zieht der Weg in einem sanften Bogen vorbei, um dann auf einen teils gepflasterten Wanderweg einzuschwenken. Dieser führt mitten durch die duftenden Zirbenwälder – ein Abschnitt, der mit seinem atemberaubenden Panorama weit ins Inntal und zu den umgebenden Gipfeln belohnt. Die Schwierigkeit klettert hier stellenweise auf S3 bis S4, insbesondere an kurzen, technisch fordernden Stufen und Engstellen.
Beim Wirtshaus Boscheben hält man sich rechts und folgt dem gut markierten Zirben-Weg. Dieser verläuft überwiegend auf S1- bis S2-Niveau, angenehm fließend, und bringt einen direkt zur Bergstation der Patscherkofelbahn. Von dort wartet der legendäre Klassiker: die Abfahrt zur Lanser Alm. Hier ist wieder S2 bis S3 angesagt, wobei der Trail mit zunehmender Nähe zum Talboden immer leichter wird und im unteren Teil eher verspielten Charakter hat.
In Sistrans angekommen ist es noch nicht zu Ende. Wir pedalieren zum Lanser See und von dort zum Viller Kopf. Dort nehmen wir uns die letzten Höhenmeter des epischen Singletrail vom Glungezer im Angriff.