Ahoi liebe Molini Fan,
Wer die Einsamkeit an der Grenze zum Piemont erleben möchte, für den ist die Tour zum Rocca di Mea ein absolutes Pflichtprogramm im Argentina-Tal.
Eckdaten der Tour sind:
Dauer: 4,5 Stunden
Länge: ca 28,3 km
Höhenmeter: ca. 1200
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Molini Rocca MarRocca di Mea
Um sich dieses hochalpine Trail-Erlebnis aus eigener Kraft zu erarbeiten, steht zu Beginn ein langer, aber angenehm zu fahrender Uphill auf dem Programm. Die Auffahrt glänzt mit moderaten Steigungen und führt die ersten elf Kilometer sehr entspannt auf Asphalt aus dem Tal hinauf in Richtung Passo di Gonda. Danach wechselt der Untergrund auf gut fahrbaren Schotter, auf dem man für weitere vier Kilometer flüssig und rhythmisch bergauf rollt. Am Passo del Guardia biegt man schließlich rechts ab und bezwingt die letzten zwei Kilometer auf einem teilweise technisch ansteigenden Singletrail, bis man endlich den majestätischen Bergrücken erreicht.Direkt nach der Querung und kurz vor der endgültigen Einfahrt in den Trail wartet jedoch eine wichtige Besonderheit, auf die man sich als Gruppe gut vorbereiten sollte. Die dortige Weide liegt in einer Senke, auf der eine Kuhherde grast. Diese wird von vier großen Maremmani – den traditionellen, weißen italienischen Herdenschutzhunden – bewacht.
Da die Hunde die Senke im Blick haben, müssen sie im Ernstfall erst einmal rund 200 Meter zu den Bikern hochlaufen. An dieser Stelle sollte auf keinen Fall ein einzelner Fahrer unbedacht vorauspreschen, da dies den ausgeprägten Schutzinstinkt der Maremmano-Hirtenhunde sofort aktivieren kann. Am besten wartet man kurz, schließt auf und fährt besonnen als geschlossene Gruppe an der Herde vorbei. So fühlen sich die Tiere nicht bedroht, die Situation bleibt völlig entspannt und man kann den Trailverlauf stressfrei fortsetzen.Der Rocca-di-Mea-Trail startet danach als pures Alpinkino. Auf den ersten Kilometern geht es in einem stetigen Auf und Ab über herrliche, unberührte Almwiesen, die ein atemberaubendes Panorama auf die wilden Seealpen freigeben. Nach dieser epischen Genusspassage taucht der Trail allmählich in den urigen, buschigen Wald ein und ändert seine Vegetation komplett. Hier nimmt die Strecke spürbar an Fahrt auf und wechselt in ein anspruchsvolles, technisches Gelände, in dem sich schnelle Passagen mit verblockten Sektionen abwechseln. In diesem Mittelteil steht die Luft extrem im dichten Gehölz, und es herrschen gefühlt die Temperaturen der Sahara.
Wer hier eine Rast einlegt, kommt komplett ins Schwitzen, weshalb man eine Verschnaufpause am besten strategisch vor diesem Abschnitt oder erst wieder danach im kühleren Schatten einplant.Sobald man das malerische Bergdorf Corte passiert, präsentiert sich der Trail im finalen Talbereich überraschend anders. Ab dem Ort Corte öffnet sich die Linie und verwandelt sich in einen schnellen, extrem flüssigen Ritt auf historischen, ligurischen Steinplatten und festgetretenen Erdwegen. Statt fieser, blockierender Hindernisse heißt es hier einfach: Bremsen aufmachen, das Rad laufen lassen und den Flow auf den alten Eselspfaden genießen. Vollgepumpt mit Adrenalin und mit einem gigantischen Grinsen im Gesicht rollt man schließlich direkt im Ortskern von Molini di Triora ein – ein absolut grandioser Ride, bei dem sich die gemütlich erkurbelten Kilometer im Anstieg voll und ganz auszahlen.