Brenner Lienz entlang des Alpenhauptkammes

Von Brenner nach Lienz. Dies ist ein Tour südlich des Alpenhauptkammes und kombiniert 3 Klassiker. Traumhafte Ausblicke in die alpine Bergkulisse sind garantiert.

Eckdaten der Tour sind:

Dauer: 3 Tage
Länge: ca 154 km
Höhenmeter: ca. 5800

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Tag 1: Brenner – Pfunders

Zum Schlüsseljoch

Ausgangspunkt der Tour ist der Bahnhof Brenner. Zunächst geht es 5 Kilometer auf dem Radweg Richtung Sterzing bis wir ein großes Schild mit “Enzian Hütte” sehen. Wohl wissend dass diese auf dem Weg zum Schlüsseljoch liegt, biegen wir links ein und gelangen auf einer gut asphaltierten Straße, die wir ca. eine halbe Stunde folgen. Abrupt endet diese und wir fahren auf Forststraße weiter bis zur Enzianhütte.

Nach der Enzianhütte fängt der Weg an steiler und steiniger zu werden. Der eine oder anderer wird hier absteigen müssen. Gute Fahrer schaffen es bis ca. 100 Höhenmeter unter dem Joch. Da die Aussicht zur gegenüberliegenden Talseite sehr schön ist, wird wohl ebenfalls den schiebenden Kollegen nicht langweilig werden.

Am Schlüsseljoch kann man auch das Panorama ins Pfitschtal genießen. Das Tal zum Pfundererjoch lächelt erwartungsvoll herüber.

Nach einem schönen Schotterpiste, im Herbst kann der Weg schon ein wenig ausgewaschen sein, erreichen wir Fußendrass im Pfitschtal. Nach der Brücke weist uns der Weg zum Pfundererjoch.

Zum Pfunderer Joch

Ab hier ist Schluss mit dem gemütlichen radeln. 15 – 20 % Steigung für jeden kein Honigschlecken. Der Forstweg ist bis zur Waldgrenze gut befahrbar, danach wird es zunehmend steiniger. Ab der Bachüberquerung beweisen wir dem Rad unsere Liebe und fangen an zu schieben.

Bis zum Pfunderer Joch sind es noch ca. 300 Höhenmeter. Wenn man Glück hat, wird man sogar von freundlichen südtiroler “Bachpflegern” angefeuert und geistig zum höchsten Asflugziel getragen.
Vom Pfunderer Joch, bei guten Wetter sollte man ruhig eine längere Pause machen, bis zur Weitenbergalm kann man seine “Trailfähigkeit” unter Beweis stellen. Der Weg ist steinig und weist teilweise tiefe Furchen auf.

Ab der Weitenbergalm befahren wir wieder Forststraße bis Pfunders. Hier machen wir am ersten Tag unser Nachtlager auf.

Tag 2: Pfunders – Sand in Taufers

Gestärkt vom langen Schlaf starten wir in den nächsten Tag. Wir durchfahren das Dorf und halten uns für weitere 1,5 Kilometer rechts des Pfunderer Baches. Man darf auf keinen Fall die unscheinbare Abzweigung (rechts abzweigen) gen Gampiel Alm verpassen. Von Dun führt nämlich keine Forststraße hoch und man muss sein liebstes Gefährt schon frühzeitig schieben.

In angenehm aufsteigenden Serpentinen geht es nun hoch. Es eröffnet sich auch ein herrlicher Blick ins unter uns liegende Pfunderer Tal. Nachdem wir den letzten Bauernhof passiert haben, bekommen unserer Reifen Schotter zu spüren.

Zur Edelrauthütte und Eisbruggjoch

Entlang des Pfunderer Höfewegs fahrend, kommen wir zum Gampiel Alm. Diese wurde 2010 zur Almenhütte des Jahres gewählt. Diese Tatsache und unser schon sich bemerkbar machender Hunger überreden uns zu einer Rast. Wir verspeisen unser Lieblingsspeise: Kaspressknödel.

Bis zur Eisbruggalm auf 2154 Metern ist fahren möglich. Nun beginnt die Schiebestrecke, die zu unserer Erleichterung nie wirklich steil wird. Am Eisbrugg See – ein wahres Naturjuwel – kann man ruhig ein Pause einlegen. Die letzten 20 Minuten bis zum Eisbruggjoch schieben bringen wir geflügelt durch die schöne Landschaft ohne es zu merken hinter uns.

Vom Neves Stausee bis nach Sand in Taufers

Die neue errichtete Edelrauthütte am Eisbruggjoch ladet zum Einkehren ein. Die ersten 300 der 700 Höhenmeter bis zum Neves Stausee sind sehr steinig und wir entscheiden uns daher unser Gefährt zu Schieben. Danach beginnt ein schöner Trail, der uns zum See bringt.

Die Nevesalm mit ihren selbst gemachtem Kuh- und Ziegenkäse verleitet uns zu einer weiteren Rast. An weidenden Kühen zwängen wir uns vorbei, bevor wir weiter auf der steilen Forststraße gen Obere Nevesalm treten. Hier ist Schluss mit Treten und wir steigen vom Rad ab. Bis zum Neves Joch bzw. Chemnitzer Hütte schieben wir unser liebstes Gefährt.

Nun haben wir den höchsten Punkt der Tour erreicht und es geht abwärts. Den Großteil der Strecke bis zur Gögealm müssen wir das Rad allerdings Tragen. Mutige Trailfahrer sollten aber große Abschnitte der Strecke fahren können.

An der Gögealm verköstigen wir sehr gute Kaspressknödel. Ab hier schwingen wir uns auch wieder auf das Rad und fahren weiter. Die Forststraße führt kurz bis zum Dorfanfang von Weißenbach. Das letzte Stück des Tales bewältigen wir auf der Landstraße und anschließend auf dem lieblichen Radweg nach Sand in Taufers.

Tag 3: Sand in Taufers – Lienz

Gemütlich beginnt unser Tag mit einem lockeren Einfahren. Doch wie befürchtet endet das lockere Einfahren abrupt, wenn wir in Sand in Taufers die Straße nach Rein in Taufers einschlagen. Ab nun müssen auf der Landstraße Höhenmeter gefressen werden, und zwar ca. 800 auf einer Streckenlänge von 12 km. Die Maximalsteigung beträgt 21% und der Weg verläuft drei Mal durch Galerien.

Kurz vor Rein befindet sich das einzige ebene Teilbereich der nächsten 5 Stunden, und muss deshalb gebührend genossen werden. Dazu trägt aber der unvergessliche Anblick bei, der das unbeschreibliche Panorama mit Hoch- und Wildgall liefert. Nun radeln wir zur Pfarrkirche, vorbei am Gasthof „Pichlerhof“ und gelangen zum Parkplatz der „Knuttenalm“. Ab hier verabschieden wir uns für einige Stunden vom asphaltierten Belag und führen unsere Tour auf dem Forstweg fort, um zur Knuttenalm zu gelangen. Hier können wir uns unserer Aufgabe widmen, und verköstigen die wirklich ausgezeichneten Kaspressknoedel, sowie einen vorzüglichen Apfelstrudel. Dieser Boxenstopp stellt die Halbzeit unserer Tour dar!

Jetzt fehlen noch 300 Höhenmeter bis zum Klammljoch, die auf einem typischen Höhenforstweg in zahlreichen Serpentinen zurückzulegen sind. Im Laufe der letzten Jahre wurde er zum Glück stark gewalzt, und stellt nun für den Mountainbiker kein grobschottriges Hindernis mehr dar. Nach einigen Anstrengungen erreichen wir schließlich den Klammlsee, fahren an den Bunkerstellungen des ersten Weltkrieges vorbei, um den höchsten Punkt der Rundfahrt (2295) zu erreichen, sowie das erste Mal an diesem Tag die Grenze zu überqueren. Nun folgt die Abfahrt in Defreggen. Schon nach wenigen Minuten werden wir für all unsere Anstrengungen mit dem uns sich bietenden Ausblick belohnt: das von Menschenhand so gut wie unberührte Arvental, Schwarzachtal und die Jagdhausalm. Hier hat man das Gefühl, dass jeden Moment eine Herde Urzeitbüffel, gefolgt von ein paar Ötzis am Horizont erscheinen würden. Doch schlussendlich sind es doch nur einige Neuzeit- Kälber und so setzen wir unsere Fahr fort, und verlassen mit schmerzendem Herzen, aber tollen Erinnerungen das obere Defreggental und gelangen auf eine asphaltierte Straße, die schließlich bei der Kreuzung zum Staller Sattel mündet.

Weiter fahren wir bis nach Mariahilf. Hier kehren wir beim Zollwirt ein, um die Qualität des hiesigen Essens zu testen. Der Geschmack der von uns verkosteten Schlipfkrapfen ist lobend zu erwähnen.

Bis nach Huben müssen wir auf der Landesstraße 3 Tunnels durchfahren. In Huben wechseln wir auf den Iselradweg der uns bis nach Lienz begleitet.

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