2-tages Hochtour am Cevedale

Liebe Freunde der Berge und Knödel, heute präsentieren wir euch als ganz besonderes Schmankerl einen Gastbericht eines Knödelnovize, der sich jetzt seine Kaspress-sporen verdienen möchte und gleich eine 2-tägige Wanderung absolviert: Nämlich von Talschluss des Martelltales zum Cevedale.

Eckdaten der Tour sind:

Dauer: 2 Tage
Länge: ca 22 km
Höhenmeter: ca 2200

Download: GPX

Tag eins: Frittn-Rudi-Parkplatz – Marteller Hütte

Wir freuen uns ganz besonders auf diese zweitägige Hochtour: zum einen entfliehen wir der Hitze des Tales, zum anderen besuchen wir Ortler und Konsorten, sodass die Aussicht uns sicherlich für jede Anstrengung entlohnen wird. An diesem Punkt möchten wir jeden Interessierten auffordern, zeitnah Hochtouren durchzuführen, denn aus dem Gletschersterben ist gefühltermaßen ein Gletschergemetzel geworden. Ob die Umweltschutzbewegung, angeführt von ihren beiden Leuchttürmen, nämlich Greta und dem berühmten Umweltpolitiker aus St. Petersburg, der uns das böse Gas abdreht, unsere Gletscher noch zu retten vermag, wage ich zu bezweifeln.

Also, wir reisten nach Meran, dann weiter ins Martelltal und parkten am Talschluss hinter dem malerischen Zufrittsee neben der Frittenbude auf 2000m . Wir kontrollierten noch unsere Ausrüstung, vor allem Steigeisen und Sitzgurt durften diesmal auf keinen Fall vergessen werden! Später sollte unser schwerster Mitwanderer in der Seilschaft vorausgehen, um mögliche Gletscherspalten aufzuspüren. Wir wanderten hurtig Richtung Westen und folgten dem Schluchtenweg Richtung Zufallhütte.

Die Materialseilbahn wollten wir nicht benutzen, da bis zu unserer Unterkunft lediglich 600 Höhenmeter zu erklimmen waren. Dies sollte unsere Waden vor keine Probleme stellen, ganz im Gegenteil, sie dürsteten nach der langen Fahrt nach Bewegung. Ab der Zufallhütte wurde der Weg schmaler und wir waren endlich in der montan-alpinen Umgebung angekommen, die wir alle so lieben. Der Pfad (103) wand sich weiter nach oben, der letzte Kilometer war etwas steiler, aber aufgrund des gut präparierten Weges kamen wir problemlos und recht flott zur Marteller Hütten, die uns zum Verweilen und Übernachten einlud. Doch wir wollten noch das verbliebene Tageslicht nutzen, um uns am Bergpanorama zu ergötzen, denn die Hütte wird von mindestens einem Dutzend der schönsten 3000ender der Gegend umzingelt. Wir füllten unsere verbrauchten Nährstoffe mit einem Gourmet- Tiefkühlkost-Menü wieder auf und nach einem geselligen Beisammensein begaben wir uns in unser Nachtquartier, der nächste Tag sollte lang und anstrengend werden und leider sehr zeitig beginnen.

Tag 2: Marteller Hütte – Zufallsspitze – Cevedale

Wie heißt es so schön bei uns? Der frühe Knecht melkt die beste Kuh, sodass wir uns um 4 Uhr aus dem Lager schälten, schnell eine Art koffeinhaltiges Getränk samt staubtrockenen Kaisersemmel zu uns nahmen und weiter folgten wir den gleichen Weg vom Vortag Richtung Westen bzw. Himmel.

In konstanter Steigung gewannen wir an Höhe, mussten uns aber bisher nicht verausgaben. Allerdings konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, was uns noch bevorstehen sollte. Die hohen Temperaturen die letzten Tage in Kombination mit fehlendem Niederschlag verwandelte das majestätische Gletschereis in eine knietiefe Pampe. So kamen wir zum Fürkeleferner-Gletscher, welcher zunächst gar nicht als solcher erkennbar war, sondern eher an einen Acker erinnerte, der nach einem langen Winter langsam zu tauen beginnt. Einem Schlammketcher ähnelnd, entschieden wir uns, auf den schwarz-weißen Gletscher die Steigeisen und das Seil zu spannen. Halbwegs im Gleichmarsch kämpften wir uns bis zum Grat vor, welcher kaum weniger anstrengend war, aber uns wenigstens den Blick auf unser Ziel offenbarte: Der majestätische Cevedale, welcher mit der Zufallsspitze die markante Doppelspitze in schwindelerregender Höhe im Ortlermassiv darstellt. Die zwei etwas glitschigen Grade auf die Zufallsspitze empor, konnten wir schließlich nach 5 Stunden das mäßig beeindruckende Eisenkreuz begutachten. Erschöpft und glücklich von der Aussicht verzehrten wir die bleichen Kaisersemmel der Martellerhütte und tankten dabei neue Energie. Nach Westen schauend, ergötzen wir uns an dem Cevedale, der aufgeregt auf uns wartete. Nach einer erneuten Seilschaft schafften wir es eine Stunde später das Gipfelkreuz des Cevedales in Gamsmanier zu erspringen. Doch wer konnte schon ahnen, dass eine Franzosengruppe – am Herz Jesu Sonntag – bereits das Kreuz belagerten. Haben sie von der Vergangenheit nichts gelernt? Gekonnt, nach Tiroler Manier, wurden sie verjagt! Andreas Hofer wäre sicher stolz auf uns gewesen!! Nach einigen glücklichen Momente am Cevedale wartete bereits der Abstieg auf uns. Dieser führte ganz klassisch über die Nordseite zur Casati Hütte. Wir kämpften gegen metertiefen Schnee und unzählige Gletscherspalten an. Hätten wir in Vergangenheit nur auf den ein und anderen Knödel verzichtet. Anschließend unterwanderten wir südlich die Suldenspitze, überwanden den Langenferner, wanderten „in der Kachel“ bis wir schließlich auf den Weg 150 landeten, den wir bis zum Parkplatz verfolgen, wo wir erschöpft, aber glücklich nach über 12h ankamen.

Fazit der Tour:  

Wer sich von der bösen Welt voller Lügen und Intrigen eine Auszeit geben möchte, ist im Ortler Massiv genau richtig aufgehoben. Hochalpine anstrengende Gletschertour, die Erfahrung, Gletscherausrüstung, Trittsicherheit und ein wenig Mut benötigt. Entschädigt wird man nicht nur von der atemberaubenden Kulisse der Vinschger 3000er, sondern wird zudem noch mit frischen Fritten am Ausgangsparkplatz belohnt! Fritten-Rudi, wir werden uns bald wiedersehen!

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